Völkerverständigung

Gedanken über die Aktualität und Notwendigkeit der Völkerverständigung anlässlich der Jahreshauptversammlung im März 2010

Ich traf kürzlich bei einem Arztbesuch einen Bekannten von Amnesty International.

Wir unterhielten uns kurz und er sagte: „Sie tun viel für die Völkerverständigung.“
Ich dankte ihm höflich.

 

Am Abend des gleichen Tages kam eine Fernsehsendung bei Arte über Deutsche Luftangriffe auf England während des 2. Weltkrieges.

Zur Unterstützung der Engländer kamen Flugzeuge aus Kanada, Indien  und bekämpften unsere deutschen Flugzeuge in der Luft. Und Sie gewannen und vertrieben uns Deutsche. Hier ein Zitat von Winston Churchill: „Selten haben so Wenige so viel bewirkt.“
Dies geschah vor ca. 70 Jahren, als wir die ersten Luftangriffe auf England flogen.

Ich bin  heute die Vorsitzende des Freundeskreises Neuwied-Bromley.

Neuwied liegt in Deutschland und Bromley ist ein Vorort von London, also in England. Diese partnerschaftliche Verbindung besteht seit fast 25 Jahren zwischen Deutschland und England.

 

In unseren Vereinsstatuten steht als Ziel u.a. Völkerverständigung.

Was bedeutet das heute noch für uns ?

Seit dem Ende des 2. Weltkrieges sind 65 Jahre vergangen. Wir erleben eine wunderbare Zeit in Wohlstand und im Frieden mit anderen Völkern.

Es ist die am längsten andauernde Periode des Friedens, die wir je in Deutschland hatten.

Wir genießen alle Freiheiten, die eine Demokratie ausmacht.

Fast vergessen wir diese hart umkämpften Tatsachen, weil sie zur Selbstverständlichkeit geworden sind.

Brauchen wir noch einen Freundeskreis mit dem Ziel der Völkerverständigung ?

In einer modernen Welt mit allen zur Verfügung stehenden Medien weltweit - Völkerverständigung ?

Wir sind in der Lage, von unseren heimischen Computern aus einzutauchen in eine Kommunikation, in eine virtuelle Welt rund um den Erdball.

Völkerverständigung ?

Wenn wir dessen müde sind, stellen wir den Computer einfach aus.

Schluß - Ende und eine gute Nacht.

 

Meine lieben Freunde - ich denke, wir brauchen auch heute noch, oder gerade heute, die menschlichen Kontakte zu unseren Freunden weltweit, sei es in England, Frankreich, Russland, Israel usw.

Und deshalb möchte ich mich auch an dieser Stelle bei allen Gastgebern und Betreuern sehr herzlich eben für diese menschlichen Verbindungen und die Bereitschaft bedanken, sich für ein paar Tage mit den Gästen zu beschäftigen, sich einzulassen, auszutauschen, Gespräche zu führen und gemeinsame Erlebnisse zu haben.

Dieser Besuch ist mit großer Sicherheit für alle nachhaltig beeindruckend.

Denn im Gegensatz zum Computer kann man Menschen nicht abstellen. Im Gegenteil, man nimmt auch noch später nach einem erfolgten Besuch oder Austausch  Anteil am Leben der Anderen. Man wird freundschaftlich miteinander verbunden und interessiert sich für den Freund, den Partner.

Also: Völkerverständigung - eine alte Jacke ?? Oder immer noch topaktuell ?

 

Meine Damen und Herren, liebe Freunde, die Antwort sei nun Ihnen überlassen.

Danke fürs Zuhören !